Live Musik …Lost in a Bar

20. Dez 2018, 20:00 - 23:00

Ursprünglich als Geburtstagsüberraschung konzeptioniert, ging es dem aus Regensburg und München stammenden Ensemble darum, eine Feier mit einer stilvollen, unaufdringlichen, dennoch mitreißenden Liederauswahl zu schmücken. Der Ansatz war und ist, den Gästen ein Musikprogramm darzubieten, das sich abseits des Geschmacks der breiten Masse befindet und trotzdem einen gemeinsamen Nenner trifft. Und das Experiment ist geglückt, was an der Unterschiedlichkeit der circa 50 Konzerte jährlich zu erkennen ist: So spielen LOST IN A BAR am einen Abend ein Gala Dinner vor hunderten von Gästen in Abendkleid und Smoking, nur um am Tag darauf in einer kleinen Kneipe einer Handvoll erlesener Gestrandeter die Einsamkeit zu versüßen. Ob Stadt(-teil) Feste, Firmen-und Geburtstagsfeiern, Hochzeiten, Jubiläen, ob drinnen, ob draußen, privat oder öffentlich: LOST IN A BAR treffen den richtigen Ton. Immer.

Das Programm des Trios, das sich bei größeren Veranstaltungen gerne einmal den ein oder anderen Gastmusiker einlädt, ist ein musikalisches Schweizer Taschenmesser: Die Band kann sich angenehm ruhig im Hintergrund halten, der Brunch oder auch das Dinner wird mit wohlbekannten Jazz-/Bossa Nova- Standards à la „The Girl From Ipanema“ oder „You Are The Sunshine Of My Life“ dezent verfeinert. Die gelöste Feier wird mit Soulklassikern wie „I Heard It Through The Grapevine“ oder „Hit The Road Jack“ in Bewegung gesetzt. Der sensiblen Powerfrau Ulla Niedermeier gelingt es mit ihrer facettenreichen Stimme, sowohl sehr zerbrechliche Stücke von Sängerinnen wie Norah Jones oder Sade darzubieten, als auch, je später der Abend wird, das volle Spektrum des Blues, Rock oder Funk abzudecken. Amy Winehouse oder Aretha Franklin lassen da grüßen, aber auch vor männlichen Interpreten wie Stevie Wonder und James Brown, ja sogar Frank Sinatra oder den Beatles wird kein Halt gemacht.

Weitere Markenzeichen von LOST IN A BAR sind aber sicherlich auch ihre bittersüßen Eigenkompositionen, die irgendwo zwischen Jazz und Polka einzuordnen sind und das Zusammenspiel der drei Musiker sowie ihren dreistimmigen Gesang eindrucksvoll zur Schau stellen. Dazu kommen Interpretationen von wohlbekannten Charthits, die den Hörer in dieser Instrumentierung und vor allem in diesen Versionen beinahe vom Barhocker hauen dürften. So wird aus Rihannas R’n’B Hit „Umbrella“ ein rasanter Gypsy-Feger oder aus Coolios „Gangsta’s Paradise“ eine verstörend-schöne Klavieretüde aus einem Wildwest Saloon.

Eine Auswahl von solch spannenden Neu-Interpretationen und Eigenkompositionen ist nun auf der LP „Face In The Crowd“, die von der Band im Februar 2018 in den renommierten Engine Studios live eingespielt wurde, zu hören.